Geschichtstafel Langer Jammer

„Langer Jammer“ Hebebrandstraße

Dies war der älteste Mietshaustyp im nördlichen Barmbek. In den 1890er Jahren wurde er von Bauern ins offene Gelände gebaut (an Langenfort / Steilshooper Straße). Eingeschossige langgestreckte, eher ärmliche Behausungen – vielleicht waren sie den Insthäusern, den Gesindewohnhäusern, nachgebildet. Ein solches stand noch bis 1943 auf dem Lembckeschen Hof parallel zum Markt (s. DORFPLATZ).
Nur diese „Lange Jammer“ – Zeile hier ist im Barmbeker Raum erhalten geblieben: 1904 von dem Maurermeister Grupe errichtete Nachzügler, auf einem Grundstück, das damals noch zu Alsterdorf gehörte. (In den „Landgemeinden“ waren damals Vorder- und Hinterbebauungen nicht zulässig, also hier keine zusätzlichen Häuser an der Fuhlsbüttler Straße.)
Die Wohnungen, etwa 40 qm groß, hatten durchaus Vorteile gegenüber manchen innerstädtischen Wohnungen: freier Umraum; Mitnutzung des Dachbodens, eventuell Kleintierhaltung und Gärtchenbestellung, wahrscheinlich niedrige Mieten.
Die 10 Mieter waren zumeist Arbeiter und Handwerker. Wenn sie Glück hatten, arbeiteten sie in der Nähe (z.B. auf dem Friedhof, in Gärtnereien, Kutscherkneipen), so dass die kurzen Wege die Wohnqualität steigerten.
Der Vergleich mit den neuen Wohnblocks musste Ende der 20er Jahre freilich zum Nachteil der „Langen Jammer“ ausfallen. Vielleicht bekamen sie auch erst zu dieser Zeit ihren abschätzigen Namen im Volksmund. – Grupe übrigens baute (um 1890) auch die „Langen Jammer“ an der Alten Wöhr und beeinflusste die Bebauungsart im STELLBERGTERRAIN.