Tafel 12: Kopfbau und Lückenschließer
Das 1994 eröffnete Hauptfilialhaus der Haspa wurde von B. Tonon entworfen. Zusammen mit Th. Brenner hat Tonon auch das 1987 fertiggestellte Eckgebäude am Suhrsweg geplant. Im Gegensatz zu den „Backsteintapeten“ vieler Gebäude aus den 1980er und 1990er Jahren ist der Backstein in diesen beiden Fällen „Bauweise“ geworden, das heißt stilprägend im Sinne von Fritz Schumacher. Barmbeks Stadtbild wurde so um zwei markante Bauwerke bereichert worden. Die weithin sichtbare Glasfront öffnet den Baukörper wie ein Schnitt und kontrastiert mit seiner steinernen Massigkeit. Der in Stufen ansteigende hintere Teil und der mit geschwungenen Flanken sich breit machende vordere Teil scheinen gegeneinander zu drängen.
Anders der Bau am Suhrsweg, an dem vor allem gerahmt wird, wie er sich einerseits den Backsteinfronten aus den 1920ern, anderseits der etwa ebenso alten Putzfront angleicht. Bemerkenswerter noch scheint uns, wie er die Verbindung schafft: mit beschwingt-großzügiger „Geste“. Ein Wort noch zum Stein. Hier hat er etwas Traditionelles, Handgemachtes, dort ist er von quasi kunstgewerblicher Feinheit, gepaart mit betontem Fugenmuster.
Auch nachdem die an den Haspa-Bau in Fuhlsbüttlerstraße und Hufnerstraße anschließenden Lücken mit Etagenhäusern gefüllt sind, sind die Kriegsfolgen im nahen Umkreis noch immer nicht ganz getilgt. Das wird deutlich sichtbar an der Ecke Fuhlsbüttlerstraße und Hellbrookstraße mit ihrer provisorischen Bebauung. An der Ecke Hufnerstraße wurde anstelle des zerstörten Etagenhauses das Roxy-Kino errichtet, in dem jetzt ein Aldi-Markt eingerichtet ist. Eine höhere Bebauung wird kommen.
