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Schriftzug Geschichtswerkstatt Barmbek in weißen Buchstaben vor einer roten Backsteinmauer

Tafel 17: Daniel-Bartels-Hof

Erbaut wurde er 1927 bis 1928 vom Architekturbüro Puls und Richter, die zugleich Bauherren waren. Die Kriegsschaden haben ihn nicht entstellt. Bemerkenswert, wie er sich mit seinen Putzfronten an Straße und Hof von den Backsteinblocks jener Jahre abhebt. Eine fast südländische Note macht ihn in Barmbek ganz einzigartig. In der Formgebung moderner als beispielsweise die Putzbauten am Habichtsweg, wirkt er doch nicht so streng und karg wie die Blocks von Ostermeyer und Schneider (Fuhlsbüttler Straße/Dennerstraße, Habichtsplatz). Manche Betrachter fühlen sich an Wiener Gemeindebauten der Zeit erinnert. Der Wechsel mit Backsteinabschnitten belebt die Wasserseite, offenbar eine Anregung für die großflächiger gegliederten Neubauten am Flachsland. Im Kanal-Tiefgeschoss wurden nach dem Kriege Boote gelagert, wenn nicht schon früher.

Der Name erinnert wie der seit langem stillgelegte Grillenscheucher-Brunnen im schönen Hofraum an Daniel Bartels (1818-89), Bürochef und Archivar von Beruf, humoriger Verseschmied aus Liebhaberei. Seine einst beliebten Werkchen sind in den 10 Bänden des „Grillenscheuchers“, eines Gemütsaufheiterers also, zusammengefasst. Die Terrakottajungfrauen sind wie der anspruchslose Brunnen von dem Bildhauer Ludwig Kunstmann (1877-1961) geschaffen. Isoliert gesehen, mag ihr Kunstrang verschieden beurteilt werden. In der Art, wie sie den rundbogigen Torweg flankieren, sind sie ein gutes Beispiel harmonisch mit Gebäuden verbundener Plastiken im Stadtraum.
Ein nicht so gutes Beispiel gewollter Eigenständigkeit: die Bronze vorm Haus der Jugend am Flachsland. Die neue Auffassung von der Kunstwerkfunktion, die sich im Förderprogramm „Kunst am Bau“ langsam durchsetzte, führte eben nicht immer zu besseren Ergebnissen.

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