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Schriftzug Geschichtswerkstatt Barmbek in weißen Buchstaben vor einer roten Backsteinmauer

Tafel 2: Putzbauten Lambrechtsweg

Die beiden langen Blocks zwischen Prechts- und Brüggemannsweg (zur Meister-Bertram-Straße hin) sind bezeichnend für die Übergangszeit nach dem Ersten Weltkrieg: Eine Zeit des Mangels; der „Lenker“ Schumacher bis ’23 in Köln; ’23 auch Höhepunkt der Inflation. Zwei Jahre später erst war der geförderte Wohnungsbau in Schwung gekommen. Die Fassaden hier tragen Putz, noch keinen Backstein. Ungeachtet spärlicher Verzierungen wirkten sie ausgesprochen einfach, ermangelten aber moderner Formklarheit (zu deren Merkmalen das Flachdach zählte). Fenstersprossen belebten den Eindruck etwas. Dass ein Ostermeyer (siehe von-Elm-Hof) einen ersten Fassadenentwurf gezeichnet hat, lässt ermessen, wie rasch sich damals der Stil wandelte. In den Bauakten finden sich Ankündigungen der Bauvorhaben ab 1919. Als Eigentümer beider Grundstücke tritt ein Herr Süchting auf, der in der Nähe weiteren Grundbesitz hatte. Namen anderer angehender Bauherren tauchen auf und verschwinden wieder. Ab 1921 werden Entwürfe eingereicht, die dann auch, teils sehr verzögert, ausgeführt werden. Der Prechtsweg-Block wurde hier von der Ecke aus 1922 begonnen und 1925 vollendet, von der Baugenossenschaft Barmbek („im Mieterverein Großhamburg v. 1890“). Die Baugenossenschaft Rübenkamp errichtete 1925/26 den Brüggemannsweg-Block. Im ersten war die Mehrzahl der Wohnungen an die 60 qm groß, im andern deutlich größer. Im Prechtsweg-Block wohnten vor ’33 – so Zeitzeugen – ganz überwiegend SPD-Anhänger. Die meisten hatten das „Echo“, die Parteizeitung, abonniert. Manche, wie Hein W. mit seiner Familie, hatten schwer unter dem NS-Regime zu leiden. Auch die Vereinigung der beiden Genossenschaften zur „Hamburg Nordost“ entsprach NS-Willen.

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