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Schriftzug Geschichtswerkstatt Barmbek in weißen Buchstaben vor einer roten Backsteinmauer

Tafel 29: Etagenhaus-Ensemble Flotowstraße

Die Straße war gerade erst hergerichtet worden, als 1909/10 die meisten Häuser an dem Abschnitt bis Imstedt gebaut wurden. Es sind fast durch gehend Dreispänner, das heißt Häuser mit 3 Wohnungen pro Geschoss. Als Zeugnis jener Zeit ist die vollständig erhaltene Reihe an der Ostseite heute eine Seltenheit im alten Barmbek Süd, das an der Bachstraße endete. Luftkrieg und Wiederaufbau haben den Stadtteil verwandelt. Auch die Südseite des Flotowstraßenstücks ist nicht verschont geblieben (Hausnummern 11 bis 15 und Nummer 19). Trotzdem können wir uns hier in der Phantasie leicht um viele Jahrzehnte zurückversetzen. Freilich müssen wir uns die parkenden Autos weg- und zahlreiche kleine Läden und Verkaufsräume hinzudenken.

Repräsentativ für ganz Barmbek Süd und den angrenzenden Streifen Uhlenhorsts war die Flotowstraße allerdings nicht. Wer sich zur Herderstraße hin im Quartier umschaut, wo es noch manche Reste der Kaiserzeit-Bebauung gibt, wird sich davon überzeugen können. Die Flotowstraße wirkt schon durch ihre Breite großzügiger als etwa Bachstraße und Humboldtstraße. Die Fassaden sind vergleichsweise ansehnlich. In den tieferen Häusern an der Westseite, zum Sportplatz hin, waren die Wohnungen größer geschnitten als in den Häusern an der Ostseite, zur nahen Framheinstraße hin. Diese Straße ist mitsamt ihrer Bebauung auf dieser Höhe verschwunden. Auf beiden Seiten aber wohnten nur sehr wenige Arbeiter. Ganz anders als in der Humboldtstraße, vor allem ihren Terrassen.
Dass die Lücke der Hausnummer 13 nicht wieder geschlossen wurde, ergab sich aus dem Grünzüge-Konzept der Nachkriegszeit. Typisch für die 1950er Jahre sind die Zeilenbauten, die sich nach Osten bis zum Biedermannplatz hin anschließen.

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