Tafel 3: Hartzlohplatz / ehem. Wache
1921 wurde der Platz angelegt. Wer sich in Schumachers Planskizze von Barmbek-Nord den Hartzloh- und den Habichtsplatz anschaut, muss annehmen, dass beiden eine ähnliche Bestimmung zugedacht war: begrünte städtische Plätze zu sein. Seit den 60er Jahren hat sich der Raumanspruch des Autoverkehrs drastisch verändert und mit ihm der Charakter vieler Plätze. Den Habichtsplatz hat der Ring 2 verschlungen. Der Hartzlohplatz ist zur abgeschirmten grünen Insel geworden: eine Wohltat für manche, die noch den Verkehrslärm der „Fuhle“ im Ohr haben. Der Häuserkomplex an der Nordseite des Platzes, um den Funhofweg herum, zählte Ende der 20er Jahre zu den bestausgestatteten in Barmbek, mit entsprechend hohen Mieten. Architekt und Bauherr: Dr. Ing. Eugen Fink aus Württemberg. – Erneuerungen nach Bombenschäden sind an den Fassaden sichtbar. Die Polizeiwache hier, 1929/30 errichtet, ist von Fritz Schumacher entworfen – wie die meisten städtischen Bauten während seiner Amtszeit (bis ’33). Backsteinhaut und Flachdach ähneln sie den 20er-Jahre-Blocks an. H. Hipp nennt sie als Beispiel, dass „selbst kleine öffentliche Gebäude zu Brennpunkten besonderer gestalterischer Anstrengungen Schumachers wurden, um in den neuen Wohnquartieren Punkte besonderer Ausstrahlung zu schaffen.“ Im Zuge der Zusammenlegungen wurde die Wache 1983 geschlossen. Noch im selben Jahr zog der Verein „Bürgerhaus Hartzlohplatz e.V.“ ein. (Seit den 70er Jahren entfaltete sich mit städtischer Förderung die „Stadtteilkultur“ in Hamburg.) Nach einer Sanierung und kleineren Umbauten (bis ’87) war aus der Wache das Stadtteilkulturzentrum geworden, wie es heute mit seinem vielfältigen Angebot bekannt ist.
