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Schriftzug Geschichtswerkstatt Barmbek in weißen Buchstaben vor einer roten Backsteinmauer

Tafel 4: 30er-Jahre-Zeilenbauten Lorichsstraße

Diese Wohnanlage mit den 2 langen Häuserzeilen sticht vom Gros der 20er-Jahre-Bauten augenfällig ab. Sie wurde von der Gemeinnützigen Kleinwohnungsbaugesellschaft Großhamburg 1936 errichtet, also in der NS-Zeit (wie auch die Zeile auf der andern Seite der Lorichsstraße). Zum Eindruck der Andersartigkeit tragen neben den fast obligatorischen Steildächern die Putzfassaden bei. In Barmbek-Nord sind wahrend der Zeit an gar nicht wenigen Stellen Etagenmietshäuser gebaut worden. Z. B. nahebei zwischen Wagenfeld- und Lorichsstraße und 2 große Komplexe beidseits der Lauensteinstraße sowie zwischen Dieselstraße und Oertzweg. Backsteinverkleidung wurde wie in den 20ern bevorzugt, so dass die andere Entstehungszeit oft nicht ins Auge springt. Beliebt waren Pergolen (wie diese hier).

1936-38 wurden wie in den Spitzenjahren der Republik 1926-30 in Hamburg jährlich 8.000 bis 10.000 Wohnungen produziert (bei weit höherem Bedarf). Die meisten (in der bis ’37 noch kleineren Stadt) in Barmbek, Dulsberg, Winterhude, Hamm. Das ideologische Leitbild des städtischen Siedlers wurde in solchen Stadtteilen beiseite gesetzt. Wie vor ’33 wurde der Wohnungsbau staatlich gefördert, aber anders als vor ’33 gab es in beachtlichem Umfang rein privat finanzierten Wohnungsbau. Die Förderung sollte zunächst Kinderreichen und wirtschaftlich Schwächeren zugute kommen. In den Häusern hier wohnten – nach den Berufsangaben zu urteilen – nicht Proletarier, doch kleine Leute: viele Angestellte. Dies mag damit zusammenhängen, dass der Bau zwar anscheinend nicht staatlich gefördert war, aber die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte als Kreditgeber fungierte.

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