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Schriftzug Geschichtswerkstatt Barmbek in weißen Buchstaben vor einer roten Backsteinmauer

Tafel 5: Schule Fraenkelstraße

Von Fritz Schumacher entworfen, wurde sie 1929/30 gebaut. Auf günstig geschnittenem Grundstück konnte Schumacher hier das Gestaltungs- und Nutzungskonzept seiner Schulbauten besonders klar verwirklichen. Der Schumacher der 20er Jahre zeigt sich als relativ moderner Architekt. Zum Vergleich: Seine Schule Genslerstraße (1913) ist in deutlich traditionellerem Stil gehalten. Die Plastiken vor den Eingängen (Fische und Vögel) stammen wie die Kraniche / Hufnerstraße von Ruwoldt.

Während des Kriegs wurden hier zeitweilig verwundete Soldaten und auch Kriegsgefangene untergebracht. – Nach den schweren Luftangriffen Juli / Aug. ’43 wurde der Unterricht in Barmbek eingestellt. Vorher schon waren ganze Klassen aus Hamburg in ländliche Gegenden (z. B. bis nach Ungarn) „verschickt“ worden. – Ab Ende ’44 / Anfang ’45 diente die Aula als Vorführraum für das „Scala“-Kino, dass sich bis ’43 und nach dem Wiederaufbau erneut in der „Fuhle“ befand. (Kinos s. Leinwand-Geflimmer.)

Gustav Bolland, Leiter der Jungenschule 1931-55, ist auch als Barmbeker Heimatforscher hervorgetreten. Seine Aufsätze* über die dörfliche  Zeit sind von bleibendem Wert für die Barmbek-Geschichtsschreibung. 1931/32 unterrichtete Franz Bobzien (geb. 06) an dieser Schule. Er war in der linkssozialistischen SAP aktiv (wie der Junge Willy Brandt) und ist 1941 im KZ Sachsenhausen umgekommen. Genauer gesagt außerhalb des Lagers, beim Bombensuchen, d. h. in Ausführung eines „Himmelfahrtskommandos“. Die Überlebenden der Gruppe polnischer Häftlinge, mit denen er als Blockältester zusammen war, haben dankbar und liebevoll seiner gedacht.

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