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Schriftzug Geschichtswerkstatt Barmbek in weißen Buchstaben vor einer roten Backsteinmauer

Tafel 6: Adolf-von-Elm-Hof

Der Adolf-von-Elm-Hof ist einer der herausragenden 20er-Jahre-Blocks in Barmbek (1927). Der Architekt: ein Protagonist des Neuen Bauens in Hamburg, Friedrich Ostermeyer. Man beachte die leicht gekrümmte Fuhlsbütteler-Straßenfront!
Die kubische Strenge der Nordansicht ist heute verwässert und konnte auch wegen der Hochstraße nicht mehr zur Geltung kommen.

Die Wohnungen hatten in der Mehrzahl 2 einhalb Zimmer (ca. 60 Quadratmeter). Im Zuschnitt drückte sich Sparwille aus: winzig die Loggien zum Hof. Bäder fehlten größtenteils. Ersatz bot das Wasch- und Badehaus im Hof. Gleichwohl leistete sich der Bauherr, die „Gemeinnützige Wohnungsfürsorge im Reichsbund deutscher Mieter“, den „Luxus“ künstlerischen Schmucks. Im Durchgang von der Fuhlsbütteler Straße zwei Reliefs zum Thema Verkehr. An der Ecke Dennerstraße / Mildestieg ist das Thema Arbeit dargestellt. In einer Pfeilerlaube vor dem kurzen nördlichen Querflügel stand der „Rattenfänger-Brunnen“. Allesamt Terrakotta-Werke von Richard Kuöhl, damals dem meistbeschäftigten Bildhauer der Stadt. Über den Kunstwert lässt sich streiten, über die dekorative Funktion für das Bauwerk kaum. Ein pathetisch-monumentaler Stil („Arbeit“) lag Kuöhl ebenso wie das gefällig-gemütvolle Genre (Brunnen). Anfang 1930 erwarb die „Produktion” den Block und benannte ihn nach einem ihrer beiden „Gründerväter“. Ab 1933 hatte die Gestapo ihn besonders im Blick, weil viele Sozialdemokraten darin wohnten. („Meyers Bierhaus“ war Treffpunkt der Reichsbannerabteilung 23 gewesen.)

Beim Wiederaufbau nach starken Kriegsschaden wurde die Pfeilerlaube zugemauert. Der Brunnen, erst vor der Bierhausterrasse platziert, wurde im Gustav-Borgner-Hof, Schwalbenstraße, „abgestellt“, als der Bau der Brücke begann. Bei den Umbauten 2001 wurde der Eindruck der Hoffronten stark verändert, trotz Denkmalschutzes, aber zum Vorteil der Bewohner.

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