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Schriftzug Geschichtswerkstatt Barmbek in weißen Buchstaben vor einer roten Backsteinmauer

Tafel 9: Habichthof und „Voss“

An der Ecke gegenüber (Habichtstraße 62) stand bis 2008 ein Überbleibsel des Habichthofs. Es war das Hochparterre des bombengeschädigten Wohnhauses. Heute steht dort das B&B Hotel. 1890 hatte die Bauernfamilie Dreckmann ihren Hof vom Dorfplatz in der Hufnerstraße hierher ins offene Gelände verlegt. Nur 32 Jahre später musste sie die Landwirtschaft in Barmbek einstellen, weil die Verstädterung sie eingeholt hatte und ihr in der Notzeit nach dem Krieg die Feldfrüchte vom Acker weg gestohlen wurden.
1890 bauten die Dreckmanns kein Bauernhaus mehr, sondern neben Wirtschaftsgebäuden ein villenartiges Wohnhaus. Darin manifestierten sich gewachsener Wohlstand und ein anderes Lebensgefühl. Die Dreckmanns festigten ihren Wohlstand. Sie verkauften nicht wie die andern Bauernfamilien fast alles Land an Private oder die Stadt. Sie errichteten selber Mietshäuser auf vielen ihrer über die einstige Dorfmark verstreuten Grundstücke. Fünf der Kinder des letzten Bauern bewirtschafteten später eigene Höfe. 2005 brachte die Geschichtswerkstadt Barmbek das Büchlein Leben auf dem Habichthof heraus.

Der alte „Vorbau“ der Techniker Krankenkasse hier ist das unter Denkmalschutz stehende frühere Entree der Margarinefabrik Voss. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts (mit Erfindung der Fetthartung 1902) fand Margarine als Butterersatz rasch wachsenden Absatz. Voss, 1904 in der Humboldtstraße gegründet, verlagerte den Betrieb 1909 an die Bramfelder Straße.1925/26 Erweiterung. 1943 brannten die meisten Gebäude aus. Bis 1952 war der Wiederaufbau vollendet. 1978/79 wurde der Betrieb eingestellt. Viele erinnern sich noch an die Voss-Tierbilder, die in Alben geklebt werden konnten. Der Voss-Überrest, dessen Erhalt ein Kompromiss war, weist in sich eine Stildissonanz auf. Der eigentliche Eingangsbau mit seinen „expressionistischen“, das heißt kantigen und spitzigen Formen, stammt aus den 1920er Jahren. Die zinnenbesetzten Mauern dahinter gehörten zur alten Fabrik.

Hinter der Margarinefabrik, am Bach Seebek, stand von 1903 bis zur Zerbombung 1943 der neue Hamburger Schützenhof. In Barmbek Süd erinnert ein Straßennahme an dessen Lage. Heute befindet sich dort die Schiffbauversuchsanstalt.

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